Wenig anstrengende Tageswanderung mit Starkregenintermezzo, interessantem archäologischem Ort und einer Überraschung am Schluss.
Für reichlich 15 Kilometer hat die App nach Abschluss eine reine Gehzeit von 3:18 Std angegeben - mit erstaunlichen 120 Höhenmetern
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Historisches am Weg
Es stehen drei Wetter-Apps zur Verfügung - jede sagt etwas anderes voraus, eine sogar Gewitter. Es scheint eine gewissen Übereinstimmung darin zu geben, dass es gegen 13 Uhr "besser", ja, sogar sonnig wird. Da heute am Ede des Wandertags kein Bus erreicht werden muss, fällt die Entscheidung, etwas später loszugehen, in das schöne Wetter hinein, sozusagen.
Der Ausgangspunkt in Tellingstedt ZOB wird per Bus erreicht. ZOB steht für "Zentraler Busbahnhof", wird Zobb ausgesprochen und praktisch jedes Dorf hat so einen. Auch wenn nur drei Busse am Tag fahren. Wahrscheinlich eine Entschädigung dafür, dass der richtige Bahnhof stillgelegt wurde.
Direkt an besagtem ZOB fällt dieses Ladengeschäft ins Auge:

Hier wird insbesondere mit Waffen geworben - ein Bild der wahrlich großen Auslage in den (!) Schaufenstern soll noch folgen
Cool Walking will gleich am Anfang von der Originalroute abweichen, um den Alexandra-Gedenkstein zu besuchen. Den wenigsten wird der Name Alexandra was sagen - ihre Karriere als Sängerin in den Sechzigern währte nur kurz, ein fürchterlicher Autounfall in Tellingstedt kostete sie das Leben. Die ganze Republik war entsetzt.

An dieser Stelle soll es gewesen sein. Der Star sah übrigens ziemlich anders aus als auf dem Stein - und ist im Münchner Waldfriedhof begraben
Im Vorfeld dieser Wanderreise war Tellingstedt millimetergenau abgesucht worden nach einer Übernachtungsmöglichkeit und nach einem Gasthof für die Abendgestaltung. Es scheint ein "Hotel Wilhelmshof" zu geben, die letzten Fotos im Netz sind jedoch 4 Jahre alt. Aber dann geht es ja immer noch darum, wo man am Abend etwas zu _Essen bekommt. Da hat man die Wahl zwischen Kebap, Kebab oder Döner. Lange Rede, kurzer Sinn: Das Bild unten bringt es auf den Punkt.

Der alte Bahnhof von Tellingstedt aus dem Jahr 1905 beherbergt einen Gasthof, und zwar mit: Kebap
Man kreuzt nun die Bundesstraße und biegt ein in eine Allee.

Der E1 kurz hinter Tellingstedt
Die Wanderin grübelt, welche der drei Wetter-Apps denn nun recht haben wird und vor allem, ob wohl das von der einen App prognostizierte Gewitter eintreten wird.

Blick Richtung Nordwesten - man sieht: einen Regenbogen
Nun ist der Regenbogen ja "eigentlich" ein gutes Zeichen, auftauchend, wenn das Unwetter vorbei ist. Die Straße ist mittlerweile übergegangen in einen baumgesäumten Feldweg, der auf einen Wald zugeht.

Schöner Weg hinter Tellingstedt
In dem Wald befindet sich eine Erhebung, der Heidberg (46 m steht in der Karte, wobei das sehr hoch sein kann, wenn die Zählung irgendwo unter null beginnt). Vom Himmel kommen erste Tropfen und es brist ziemlich stark auf.

Angesichts dieses Himmels beschließt die Wanderin, über den Regenmantel noch den Poncho zu werfen
Richtige Entscheidung - es fängt sehr heftig an zu regnen.

Der Heidberg voraus, erkennbar an der Gipfelmarkierung (weiß-rote Stange)
Eine Gipfelbesteigung war angesichts der Tatsache, dass man dort oben ohnehin nicht mit panoramischen Genüssen belohnt wird, von Anfang an nicht geplant. Nun fällt sie, die eventuelle Besteigung, endgültig ins Wasser.

Während einer knappen Stunde geht es in strömendem Regen durch den ansonsten sehr schönen Wald
Auf der Höhe der letzten Ausläufer von Schrum, etwa sieben Kilometer nach Abmarsch, hört der Spuk auf und der Himmel reißt auf.

Asphaltierter Wanderweg hinter dem Kaiser-Wilhelm-Forst bei Schrum
Relativ ereignislos geht man Kilometer um Kilometer durch eine recht hübsche, aber eben doch direkt ein wenig eintönige Landschaft. man zieht durch die Siedlung Westerau bei Bunsoh und nähert sich somit der Attraktion der heutigen Wanderung. Aber erst ...

... muss man noch eine Fahrstraße entlang, die nicht mal den Hauch eines Fußgängerpfads am Rand hat
Erfreulicherweise gibt es einen Trampelpfad, der nach ein paar Hundert Metern links auf einen Weg hinab führt, der wiederum Wanderer zum "Megalithgrab und Schalenstein Bunsoh" bringt.

Hohlweg zum Naturdenkmal "Schalenstein"
In der Nachbearbeitung wird es eine Info zu diesem Monument geben, kurios ist es schon:

In einer Vertiefung in einem Hügel steht diese Steinformation. Es handelt sich um ein Steingrab, das überdies mit einem sogenannten Schalenstein bedeckt ist
Der Ort ist schon besonders, scheint aber eher nur bei Einheimischen bekannt zu sein. Daneben steht unter einem Baum eine Sitzbank (siehe Raststationen).

Ich muss bei sowas immer an den Wiesbadener Peloponnes-Wandergenossen Heinz denken, der seinerzeit noch nie im Ausland gewesen war und angesichts der naturbelassenen griechischen Hirtenpfade eins ums andere Mal in ein Lamento verfiel: "Isch kann da kaan Weesch erkrnne!" - ja, es wurde zum geflügelten Wort, denn es trifft zum Beispiel auch auf diesen Weg hier exakt zu
Hab ich falsch geplant oder ist es ein Fehler in der GPS-Vorlage? Ich werde nacharbeiten und mitteilen. Bald schon ist man auf der Zielgeraden nach Albersdorf.

Am Ende dieses Weg wartet Albersdorf
Albersdorf wartet, genau, und zwar mit einer Überraschung:

Das zufällig für die Vorschau zu dieser Wanderetappe herausgegriffene Gasthaus "Waldesruh" liegt doch tatsächlich direkt am E1!
"Waldesruh" sieht in der Wirklichkeit auch Lichtjahre besser aus als auf den komischen Bildern im Netz. Ein Besuch am Abend wird erwogen. Erst jedoch geht es die letzten Meter durch den Kurpark "Papenbusch" an der Waldbühne vorbei, dann steht man vor diesem herrschaftlichen Gebäude:

Kaum zu glauben, aber wahr, der Eingang zum Hotel befindet sich direkt hier
Beim Abendspaziergang werden noch ein paar Fotos gemacht, bis zur Kirche (und dem wahrscheinlich schönen Teil der Ortschaft) bin ich nicht vorgedrungen, daher hier noch zwei Kuriositäten.

Ein Gebäude, das Rätsel aufgibt - es scheint verlassen, dennoch eine Nutzung zu haben, so Richtung Punk oder so ...
Wenige Schritte davon entfernt eine weitere Kuriosität:

Anwaltskanzlei mit dem einprägsamen Namen "Laenser, Niemand und Todt" - Sachen gibt's!
Raststationen
Die ersten sieben Kilometer sind teilweise verregnet, sodass anch Rastplätzen nicht Ausschau gehalten wird.

Diese Bank ist bequem und steht ziemlich genau auf der Hälfte der heutigen Strecke, irgendwo zwischen Schrum und Bunsoh, sodass sie gerade recht kommt, auch wenn sie keine nennenswerte Aussicht bietet

Schöne Sitzbank beim Megalithgrab - nicht "besessen", da schon zu nah am Ziel

Gibt optisch echt was her, im Fall eines Regengusses mit Windereignis nicht wirklich sinnvoll, sondern nur bei Sonnenschein: überdachte Picknickbank beim Parkplatz vom Schalenstein
Gewohnt habe ich im "Hotel Bess" in Albersdorf - ein besonders bei Senioren beliebtes historisches Haus mit familiärer Ambiance.
Flora und Fauna
Die nächste Überraschung des Tages: Der Lumpi aus der Vorschau, der im Profil der Suchmaschine gar so garstig aussieht, entpuppt sich als ein gutmütiger, ja wehmütiger Riese. Er liegt brav im Gasthaus "Waldesruh" an seinem Platz, freut sich über jeden, der mit ihm spricht (und das sind viele), und gibt von Zeit zu Zeit ein jämmerliches Fiepen von sich, weil ihm so schrecklich langweilig ist.

Die Vergrößerung in der Kollage zeigt: Der Lumpi ist zwar keine Schönheit, aber er ist wirklich saulieb und sein Mensch ist sein bester Freund

Blütenpracht am Wegesrand in Albersdorf
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