Das hier wäre eigentlich eine wunderbare Tour durch die Niederung der drei Flüsse Eider, Treene und Sorge. Es geht über flache weite Landschaften, vorbei an Mooren, auf Wegen mit wildem Randbewuchs.
Es kamen reichlich 19 Kilometer zusammen, für die ca. 5 Stunden Gesamtzeit benötigt wurden - ab der Steinschleuse wurde der Bus genommen - mehr dazu unten im Beitrag
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Trockenschwimmer
In der Interpretation des heutigen Wandertags ist ein Trockenschwimmer jemand, der schwimmt und dabei trocken bleibt. Bei den akteullen Wetterverhältnissen ein Kunststück.

Unübersehbar: Es regnet. Und das nicht zu knapp. Abgebildet ist Dörpstedt bei der Bushaltestelle, wo Cool Walking um 09:20 Uhr eintrifft

Mittlerweile fängt es so stark an zu regnen, verbunden mit lästigem Wind, sodass der Regenschirm unmotiviert in der norddeutschen Luft herumflattert. Es kommt das große Besteck zum Einsatz: Joppe, Regenmantel und Regenponcho. Der Schirm hingegen wird in Sicherheit gebracht.

Der E1 kurz hinter Dörpstedt
Das Schöne ist: Es geht schnurgerade längs - steigungsfrei, auf unkomplizierten Wegen. Die einzige Sensation ist ein Gebäude am Straßenrand:


Hier ist es genauso, wie in Wanderführern beschrieben: gerade verlaufende Wege an Wassergräben
In der Karte ist linkerhand ein "Aussichtsturm" vermerkt. Die Wanderin lugt unter dem Schild des Regencapes hervor, ob man ihn denn wenigstens sieht, den Turm. Aber den Horizont ziert nichts weiter als eine kleine Baumgruppe:


Auch bei schlechtem Wetter immer im Einsatz: Wassergrabenarbeiter
Von diesem Weg gibt es zunächst nur zu berichten, dass der Rumpf des bedeckten Wanderinnenkörpers trocken bleibt, Beine ab Knie, Füße und Hände indessen komplett durchnässt sind. Die Feuchtigkeit kriecht unter dem Regenzeug entlang, sodass die wärmende Joppe zwar nicht nass, aber irgendwie dampfig ist. Da hilft auch nicht, dass man mittlerweile auf einer Zubringerstraße nach Bergenhusen angelangt ist.

Straße ins Storchendorf Bergenhusen
Es sind etwa sieben bis acht Kilometer gelaufen und das Auge schweift über die Landschaft, ob nicht doch irgendwo ein Unterstand zu erspähen ist. Hierbei werden Seitenstraßen natürlich nicht ausgelassen. Die Szene, die man auf dem Bild unten sieht, ist gar nicht so selten und typisch für Deutschland - Warnung vor einem deutlich sichtbar nicht tadellosen Weg (oder auch Feldweg):


Schönes Gebäude in Bergenhusen
Bergenhusen hat mehrere Vorteile. Einer davon ist eher zufällig: Es hört auf zu regenen. Und: Ein Unterstand mit Sitzgelegenheit wird entdeckt. Überdies gibt es einen funktionierenden Gasthof, dem Anschein nach auch mit Übernachtungsangebot (siehe auch bei "Raststationen"). In Teilen ist der Ort recht hübsch anzuschauen:

Traditionelles Gebäude im Zentrum von Bergenhusen
Bergenhusen rühmt sich, ein Storchendorf zu sein. Es gibt wohl an die 15 Storchenpaare, die dort regelmäßig nisten. Die Nester wurden gesehen, echte Vögel jedoch nicht.

Eine zentral gelegene "Recreation Area" ist ganz dem Thema "Störche" gewidmet. Man kann dort unterm Storchennest picknicken - vermutlich inklusive Gefahr herabfallenden Unrats
Zentral gelegen ist auch die Kirche, die aus dem frühen 18. Jahrhundert stammt (Infos werden nachgereicht).

Die Kirche von Bergenhusen (oben) mit Storchennest auf dem Dach. Cool Walking hat sich redlich bemüht, hineinzugelangen und ist der Anweisung an der Kirchentür (unten) gefolgt - jedoch vergebens

Immerhin kann man den Ort trockenen Hauptes verlassen.

Es hat aufgehört zu regnen, Cool Walking zieht weiter des Wegs, hier hinter Bergenhusen
Es folgt ein Wiesenweg, der einen merwürdigen Verlauf hat.

Oben und unten: Wiesenweg um ein Moor herum (Vermutung)

Besonders wenn es zuvor geregnet hat, mag das Schuhwerk diese Art von Weg gar nicht leiden: Es wird nämlich nass.

Der Genuss der schönen Landschaft wird nur beeinträchtigt durch lautes Getöse von Militärflugzeugen, deren Piloten Formationen und Tieffliegen üben

Rückblick
Es folgen viele gerade Straßen.

Oben im Bild eine gerade Straße, unten im Bild noch eine gerade Straße - jeweils mit unterschiedlichem Randbewuchs und in unterschiedlicher Laufrichtung

Auch wenn es bewölkt ist und der blaue Himmel nur selten durchblitzt: Es regnet nicht und die Landschaft gefällt.

Auf diesem Wegstück kann man stramm laufen und sich ordentlich druchpusten lassen - pinkfarbene Details inklusive
Und immer wieder rechts oder links ...

... ein Wassergraben
Noch einmal ...

... geht es geradeaus, ...
... dann hat man das Ziel der heutigen Wanderung erreicht: Die Steinschleuse an der Eider.

An der Eider gibt es mehrere dieser Schleusen - der E1 führt an der Steinschleuse vorbei. Was es damit auf sich hat, soll noch recherchiert werden
Rund um die Anlage gibt es interessante Sachen zu fotografieren, zum Beispiel dieses ...

... Polizeischiff auf dem Fluss, der Eider
Oder - auch noch nie gesehen - eine ...

... Rechenrenigungsanlage
Warum ist hier Schluss? Man kann von hier aus während fünf Kilometern auf einem "alten Bahndamm" nach Erfde laufen . Dieser verläuft direkt neben der relativ stark befahrenen Fahrstraße. Wenn man zur rechten Zeit da ist, kann man sich das reine Ablatschen sparen und den Bus nehmen, der alle zwei Stunden verkehrt.

Ja gut, im Bild ist die Bushaltestelle, die in die entgegengesetzte Richtung geht. Wirklich Fußgängerfreundlich ist sie nicht - man muss hinter der Leitplanke warten. Die Bushaltestelle für die Busse nach Erfde ist geringfügig besser, aber auch da muss der Bus mitten auf der Straße halten. Egal, er kommt pünktlich und bald schon steht man in der Ortsmitte von -Erfde
Zu den Besonderheiten der Landschaft, durch die die heutige Wanderung geführt hat, wird es in der Nachbearbeitung noch ein paar Informationen geben.
Raststationen
Bei der heute vorherrschenden Witterung ist das Rasten nicht das ganz große Thema. Immerhin ein Unterstand:

Überdachte Bushaltestelle in Bergenhusen - der Bus fährt nur zweimal am Tag

"Hoier Boier" - wer wüsste, was das bedeutet? Es gibt dazu noch die Hoier-Boier-Straat - in Bergenhusen .


Ein paar Sitzbänke gibt es noch hinter Bergenhusen, zum Beispiel diese hier. Danach kommt laaaange nichts

Der Platz hätte mir gut gefallen - gleich um die Ecke von der Steinschleuse, mit Blick auf die Eider. Leider ist schon der Bus unterwegs, um die Wandersfrau einzusammeln
Gewohnt habe ich in "Lühr's Landgasthof" in Erfde - solides Haus mit netten Betreibern, preislich kein Unterschied zum Hotel in Schleswig. Hier hätte es normalerweise auch ein Abendessen gegeben, aber leider Betriebsferien. Also ausweichen in die Dönerbude oder das "griechische" Restaurant vor Ort. Schwierig. Der Koch des gewählten Etablissements ist spezialisiert auf Fertiggerichte, die mit Zwiebeln oder Knoblauchöl garniert werden. Da ist es auch schon Wurscht, dass der Inhaber recht freundlich ist und den Gast mit ganz vielen Keksen beschenkt. Der Ort selbst glänzt auch nicht wirklich mit Schönheit, leider, die Dorfbevölkerung kauft in einem vollkommen abgeranzten Edeka. Info für Nachwanderer: Kann man alles mitnehmen, es gibt wahrlich Schlimmeres. Es gibt aber auch Besseres, z.B. nach Schleswig oder nach Rendsburg mit dem Bus fahren und am nächsten Tag wieder hin.
Flora und Fauna
Den Tieren ist langweilig, da kommt so ein Mensch gerade recht.

Diese drei machen mir besonders Spaß - jede anders. Besonders die linke Kuh hat irgendwie ein Augenproblem

Modell stehen für Cool Walking - herzallerliebst

Eleganter Schweifaufschlag - es hat auch mal geschaut, aber dann war's ihm peinlich, dem Pferd. Die Immobilie im Hintergrund kann man übrigens erwerben. Die Lage am Rand von Bergenhusen ist gar nicht so schlecht. Kein Aautolärm!

Bevor dieses Pferd am Zaun ankommt, hat es Angst vor der eigenen Courage bekommen und bleibt stehen. Lustig ...

Echte Störche habe ich keine gesehen, dafür diese hier beim "Hoier Boier"

Und diesen hier an einer Häuserwand


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