Nachdem gestern schon lange Strecken an der Ilz gelaufen wurden, hat dieser Weg wenig Überraschendes zu bieten. Zumal Teile davon weit oberhalb des Flusses verlaufen. Cool Walking ist nach etwas mehr als elf Kilometern ausgestiegen und durfte noch ein kleines Abenteuer der Jetztzeit an einer Fahrstraße erleben.
In der Realität wurden, wegen drohender Widrigkeiten, nur etwas mehr als 11 Kilometer dieses Wegs absolviert. Es kamen noch zwei Kilometer on Top wegen des Zuwegs zu einer Bushaltestelle. Gesamt reine Gehzeit 3 Stunden. Sowohl im Anstieg als auch im Abstieg jeweils knapp 200 Höhenmeter - schwer zu glauben!
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Die App lügt
Die kundige Gastgeberin im Hotel weiß, dass es auf dieser Seite der Ilz bis nach Passau anstrengungsfrei zu laufen ist. Man steigt also vom höher gelegenen Hotel hinab nach Kalteneck und steht praktisch sofort auf dem Ilzweg (Straßenname). Unter der Ilzbrücke (Fahrstraße) hindurch zieht man Richtung Passau.

Hof kurz hinter der Ilzbrücke
Das Wetter hat sich eingetrübt, die Wetter-App kündet von Regen irgendwann am frühen Nachmittag. Wenn der Weg so bleibt, kein Problem: Das Regenzeug wurde nun schon elf Tagesetappen mitgetragen, da kann man es auch mal in Betrieb nehmen.

Der Weg an der Ilz plätschert so vor sich hin. Hier mal ein E-Radlfahrer, da mal ein Jogger oder Fußgänger

Originelle Quelle am Weg
Ja, und dann nach ca. drei Kilometern dieses Schild:

Es ist so eine Sache. Auf dem folgenden Fußpfad kann man beim besten Willen nicht Rad fahren. Was insbesondere dann zum Problem wird, wenn man selbiges tragen muss und es sich dabei noch um ein schweres E-Radl handelt. Ein älteres Paar will es dennoch versuchen, gibt dann aber offenbar auf
Noch so eine Sache: Die Wander-App hat im Vorfeld ein paar lächerliche Höhenmeter im Anstieg geweissagt. Hier dazu soviel: Die App ist bei ständigem Auf und Ab sehr unpräzise - mal 35 Meter rauf (steil), dann wieder 30 runter, das wird von der App egalisiert auf Null Meter.

Schöner Wanderweg ...

... mit Tücken (Rückblick)
Hinter einem ...

... Steg über den Sickenthaler Bach - unten noch ein Bild, ...

... geht es im selben Stil weiter.
Als sie wieder auf einem geraden Weg herauskommt, wittert die Wandersfrau Morgenluft.

So kann es weitergehen
Gemütliches Schlendern.

Zur Veranschaulichung. Derweil zieht der Himmel sich zu
Hier kreuzt die Ilztalbahn die Ilz.

Man muss mehrmals hinsehen, um zu erkennen: Angler in Fluss unter Eisenbahnbrücke
Ja gut, ist direkt ein bisschen langweilig, diese ...

... Trasse parallel zur Ilztalbahn
Die erste nennenswerte Wegmarke ist Fischhaus, von wo angeblich auch ein Bus nach Passau fährt, falls alle Stricke reißen (und der Himmel sich öffnet).

Fischhaus voraus
Bei Fischhaus handelt es sich um eine kleine Siedlung, im ehemaligen Bahnhof ist eine Künstlerwerkstatt, die man - so ein Schild - besuchen kann. Fototechnisch gibt das Ganze nicht sonderlich viel her, zudem dräut ein Wetter (oder ein Unwetter). Man muss über eine Fahrstraße:

Bushaltestelle und Mitfahrbank bei Fischhaus
Ein, zwei Gebäude noch, dann hat man Fischhaus hinter sich gelassen.

Hofkapelle in Fischhaus
Man läuft nun parallel zu Ilztalbahn weiter.

Die Ilztalbahn zwischen Weg und Ilz
Nach 1,5 Kilometern kommt Abwechslung ins Geschehen:

Teich in Felsformation
Rechts ragen Felsen auf.

Die Felsen deuten es an: So gemültich wie bisher wird es nicht bleiben
Cool Walking kontrolliert eins ums andere Mal den Regenradar, denn mittlerweile hat sich der Wanderweg verengt und ist schwieriger geworden. Ziemlich genau zwei Kilometer hinter Fischhaus diese Situation:

Steg über einen Bach, dahinter Wanderweg (bergauf)
Dieser Weg ist so, wie vorhin beschrieben: Die App weiß nichts davon, dass es hier permanent rauf und runtergeht, und das nicht zu knapp.

Hier zum Besispiel geht es unangenehm bergauf - die App sagt: flaches Gelände ...
Zwischenzeitlich ist man ganz schön weit oben.

Ilz ganz unten, auf halber Höhe Ilztalbahn, oben fotografierender Mensch (nicht im Bild)
Das geht nun gut 2,5 Kilometer so weiter - mal 50 Meter rauf, dann 40 Meter runter, um sogleich 30 Meter rauf zu gehen usw. Schwitz. Es nähert sich die Regenwolke auf dem Radar. Intensives Studium der Karte: Wie ist der Weg ab der nächsten Wegmarke, der Mausmühle? Geht das in diesem Stil weiter oder kann man entspannt die letzten Kilometer bis nach Passau auslaufen? Das Risiko, bei Regen auf so einem Weg zu hängen, ist mir zu groß. Ich beschließe, bei der Mausmühle auszusteigen und zur nächsten Busstation zu laufen.

Erst einmal mal muss man aber zur Mausmühle hinunter!
Wenn es denn ein Gebäude namens Mausmühle gibt, dann verbirgt es sich geschickt vor der Wanderin. Hier ist jedenfalls das obere Ende eines Stausees.

Boote mit Steg beim Stausee an der Mausmühle

Weitere Boote bei der Mausmühle
Wie zur Bestätigung meines Vorhabens kann man wieder über Wurzelwerk stolpern:

Weg hinter der Mausmühle, vor dem "Zubringer" zur Bushaltestelle
Der Zubringer zur "Zivilisation" ist schön breit, steigt gemächlich während zwei Kilometern an. Und endet direkt hier:

Bushaltestelle. In weniger als einer halben Stunde soll ein Bus kommen
Die erste Nachricht: Die Regenwolke ist vom Regenradar verschwunden. Aber jetzt noch mal zurück? Also warten und im Stehen die Semmel verdrücken (ja, ich habe Hunger, und nein, es gibt keine Sitzbank). Bus kommt nicht. Anruf in Zentrale: "Wir wissen nix, können den Bus nicht orten." Nach weiteren 15 Minuten Taxi bestellen, meine Koordinaten durchgeben, alles passt, man weiß, wo ich stehe. Dann ruft nach weiteren zehn Minuten der Fahrer an: Er weiß nicht, wo ich bin. Wieder Anruf in Taxizentrale. Dort kommt Freude auf. Etc. Zwischenzeitlich ist bereits eine Stunde an dieser herrlichen Bushaltestelle vergangen - der Folgebus kommt auch nicht (wie mir die Dame in der Buszentrale mitgeteilt hatte: irgendwo Baustelle) -, da werde ich auch "schon" abgeholt. Und direkt vors Hotel chauffiert.
Quintessenz: Der Regen kam nicht. Es hätte noch ein kleines Stück von ca. 1,5 Kilometern Fußweg direkt am Fluss gegeben, danach bequeme Straße. Ich wäre schneller zu Fuß gewesen. Ist nun auch egal. Vielleicht wäre das verbleibende Stück nach Passau ja ganz schrecklich gewesen ...

In Passau angekommen, vom Hoteleingang aus fotografiert
Raststationen
Wie immer eine Auswahl von Möglichkeiten.

Dieser Picknicktisch steht nicht weit von Kalteneck enfernt

Am Steg über den Sickenthaler Bach (siehe Beitrag) steht schön schattig, links unter dem großen Baum versteckt, ein Picknicktisch

Bei Fischhaus gibt es ein Freizeitgelände mit allerlei Belustigungen (Kinderspielplatz) sowie diese Liege (und weitere Bänke)

Beispielhaft herausgegriffen: Es folgen ein paar Sitzbänke

Diese hier steht ziemlich hoch über der Ilz, Cool Walkings Rucksack hat es bis hierher geschafft - dann muss seine Trägerin eine Trinkpause machen. Nicht zu lang, denn es naht die Regenwolke

Etwas zu zugig für heute - Sitzbank auf dem Steg, an dem man auch - an den entsprechenden Tagen (welche sind das?) - eine Zille (eines der Boote auf dem Bild) nehmen kann

Die Belohnung für alle Strapazen habe ich mir in Passau in der "Goldenen Waage" abgeholt und nicht im "Alten Brauhaus". Jenes nämlich serviert Arco-Bräu, das ich, offen gesagt, nicht so gerne trinke. Das Bier war so schnell weg, dass die Kamera mit dem Fotografieren nicht hinterherkam
Gewohnt habe ich in Hotel "Wilder Mann" in Passau in der Altstadt. Hier hat es mir besonders gut gefallen - historisches Haus, nicht kaputtrenoviert, sondern dem Gebäude Rechnung tragend schön saniert. 24/7 Empfang, gutes Frühstück im 6. Stock mit Panorama, neues Bad. Und preislich absolut im Rahmen. Top.
Flora und Fauna
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